Kurkuma- und Ingwerernte

Die Kurkuma- und Ingwerpflanzen haben nicht immer schön ausgesehen. Die Luftfeuchtigkeit im Sommer war wohl eher zu tief und so hatten die Blätter der Pflanzen zum Teil abgestorbene Stellen. Trotzdem sind sie weiter gewachsen, zumindest bis zu Wetterwechsel mit vielen kühlen und nassen Tagen vor ein paar Wochen. Deshalb war es jetzt Zeit nachzusehen, was sich in der Erde verbirgt! Und tatsächlich lässt sich das Resultat beim Ingwer durchaus sehen. In der rechten Hälfte des Bildes oben sieht man die Ingwer Pflanzen und ein ausgegrabenes Exemplar. Obwohl die Pflanzen eher klein geblieben sind haben sie schöne Knollen gebildet. Diese sind zwar etwas kleiner als die, welche man im Supermarkt kaufen kann, dafür sehr frisch und aus Schweizer Produktion! Auch die Kurkumapflanzen haben Knollen gebildet (im Bild links), welche aber noch sehr klein sind. Wir sind aber sehr zufrieden mit dem Resultat und werden es nächstes Jahr wieder versuchen. Im Garten werden wir den schattigsten und feuchtesten Ort auswählen. Zusätzlich werden wir die Pflanzen auch in unserem ungeheizten Tomatengewächshaus ziehen. Dort können sie etwas länger wachsen als im Freiland und die Luftfeuchtigkeit ist etwas höher … und dann können wir nächstes Jahr Schweizer Bio Ingwer und Kurkuma liefern!

Herbstzeit ist Erntezeit

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und in Aarberg riecht es nach Zuckerfabrik … das untrügliche Zeichen, dass der Herbst angefangen hat. Somit beginnt auch im Schaugarten die Erntezeit. Die Ersten waren Anfang Oktober die Kolbenhirsen. Auf den Fotos ist die Sorte Herbstfeuer von ProSpecie Rara zu sehen. Ihr Name kommt von der roten Färbung. Der Anbau war einfach und problemlos, ausser dass kurz nach der Aussaat die Kolbenhirse Sämlinge fast nicht zu unterscheiden waren von Unkrauthirsen. Danach brauchten sie keine spezielle Pflege. Die Kolben sind bis zu 20 cm lang und ziemlich schwer. Deshalb sollte man wahrscheinlich die Pflanzen näher zusammen aussäen, als wir dies gemacht haben. Wir haben sowohl in der Reihe als auch zwischen den Reihen 25 cm Abstand gewählt und die reifen Pflanzen mit den schweren Rispen hatten die Tendenz umzufallen.

Feigenblattkürbis, sehr wüchsig aber ohne Blüten

Der Feigenblattkürbis ist eine Kürbisart, welche in unseren Breitengraden eher wenig bekannt ist. Wir haben die Samen von einem Bekannten erhalten, der sie in Bolivien gekauft hat. Im April im Gewächshaus ausgesät sind sie von Anfang an gut gewachsen. Vor allem ab Juli haben sie richtig Gas gegeben. Auch jetzt noch wachsen sie sehr schnell, die beiden Pflanzen, welche ich im Garten gesetzt habe, haben mehrere dutzend Quadratmeter überwachsen! Der Feigenblattkürbis ist auch bekannt dafür, dass er sehr spät blüht und bei uns keine reifen Früchte bildet. Tatsächlich haben die Pflanzen bis jetzt noch keine Blüten gemacht. Deshalb habe ich sie, neben dem Garten, auch noch in ein kleines Tomatenhaus gesetzt, um sie im Spätherbst etwas vor Frost zu schützen. Auch das Tomatenhaus haben die Pflanzen komplett in Beschlag genommen … aber Blüten haben sie auch dort noch nicht gebildet.

Für die Profis: Feigenblattkürbisse sind ziemlich resistent gegen Pilzkrankheiten und, wie oben erwähnt, äusserst wüchsig. Deshalb werden sie als Unterlage verwendet, um darauf Gurken oder Melonen zu veredeln. Die aufgepfropften Gurken und Melonen werden dadurch weniger anfällig für Fusarien Pilzerkrankungen und werden etwas toleranter gegenüber kühlen Temperaturen.

Bienen mögen Sorghum

Wie alle Süssgräser (Mais, Weizen, Roggen, Gerste, Hafer usw.) ist auch Sorghum ein Windbestäuber, d.h. Sorghumblüten sind nicht auf bestäubende Insekten angewiesen, um Körner anzusetzen. Dies heisst aber nicht, dass Sorghum für Bienen nicht attraktiv ist. In grosser Zahl und schwer beladen sammeln sie fleissig Pollen, welcher offenbar sehr nahrhaft ist für sie. Die Bienen wird es also freuen, wenn wir in Zukunft mehr Sorghum anbauen in der Schweiz.

Wie die Erdnüsse in die Erde kommen

Wie der Name Erdnuss schon andeutet wachsen die Früchte der Erdnüsse im Boden. Es ist aber nicht wie bei den Kartoffeln ein Speicherknollen. Erdnüsse sind Hülsenfrüchte (wie z.B. Bohnen oder Erbsen) und das, was wir von ihnen essen sind wirklich die Samen. Da stellt sich natürlich die Frage, wie kommen denn die Erdnüsse in den Boden, schliesslich blühen sie ganz normal (überirdisch). Nach der Bestäubung streckt sich die Basis des Fruchtblattes und beginn Richtung Boden zu wachsen. Auf dem Foto sieht es aus, als würde die Pflanze Luftwurzeln bilden, welche rötlich weiss gefärbt sind. Auf Englisch nennt man diese Struktur „peg“, was soviel wie Pflock bedeutet. An der Spitze davon sitzt die befruchtete Eizelle. Wenn sich diese ein paar Zentimeter im den Boden eingegraben hat, beginnt sich das Erdnüsschen zu bilden.

Der Sesam öffnet sich nicht!

Auch der Sesam wäre eine sehr trocken- und hitzeresistente Pflanze. Allerdings braucht er sehr warmen Boden zum Keimen. Von der ersten Aussaat im Garten am 22.05. ist keine einzige Pflanze gewachsen! Gleichzeitig haben wir im Gewächshaus in Töpfen ausgesät, wo die Samen problemlos keimten. Aus der zweiten Aussaat im Garten am 27.06. entstanden etwa 5 bis 10 Pflanzen pro Sorte (aus 114 Samen!). Auch beim zweiten Aussaattermin haben wir wieder zusätzlich im Gewächshaus in Töpfe gesät. Die Setzlinge haben wir dann in den Garten gesetzt, um zu testen, ob die Samenkapseln überhaupt ausreifen. Falls dies klappt würde es sich eventuell lohnen, mit dem Sesam noch weiter zu experimentieren. Das Problem scheint die Bodentemperatur zu sein. Wir werden sehen, ob wir eine Lösung finden. Links im Bild ist eine Pflanze aus der ersten Aussaat zu sehen. Sie macht hübsche Blüten und darunter sieht man die heranwachsenden Samenkapseln. Rechts das Beet mit den Pflanzen aus der zweiten Aussaat. Diejenigen, welche stärker aussehen sind direkt im Beet gewachsen, der Rest sind Setzlinge.

Nackthafer, die erste Ernte

Hafer ist zwar keine neue Pflanze in der Schweiz, trotzdem haben wir einen kleinen Test mit einer speziellen Haferart, dem Nackthafer, gemacht. Normaler Hafer ist ein sogenanntes Spelzgetreide. Dies bedeutet, dass das Korn fest von einer schützenden Hülle (der Spelze) umschlossen ist. Die Spelze schützt das Korn vor Umwelteinflüssen, ist aber beim Dreschen schwer vom Korn zu lösen und erfordert einen zusätzlichen Arbeitsschritt. Getreide, bei welchen die Körner nicht von einer starken Spelze umschlossen sind werden Nacktgetreide genannt und sind etwas einfacher zu ernten. Dies gilt auch für den Nackthafer. Ausgesät haben wir ihn Mitte April, Pflege brauchte er keine und jetzt haben wir ihn geerntet. Die Garben müssen noch etwas nachtrocknen und dann machen wir Nackthaferflöckli!

Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer

Die Samen von vielen verschiedenen Pflanzen werden als Pfeffer bezeichnet. Neben dem echten Pfeffer (Piper nigrum) gibt es zum Beispiel den rosa oder Peruanischen Pfeffer (Schinus molle), Japanischer Pfeffer (Zanthoxylum piperitum) oder Szechuan Pfeffer (Zanthoxylum simulans). Die ersten beiden sind nicht frosthart und können in unseren Breitengraden nur in Töpfen gezogen werden. Wir haben versucht, sie aus Samen zu ziehen. Beim echten Pfeffer war dies leider nicht erfolgreich, beim rosa Pfeffer sind fünf kleine Bäumchen entstanden. Den Japanischen und den Szechuan Pfeffer haben wir als Pflanze in Deutschland bestellt. Corona-bedingt war der Versand sehr aufwendig. Sie sind Ende April bei uns angekommen und der Szechuan Pfeffer hat seither fast nichts gemacht. Der Japanische Pfeffer wächst schön. Für eine Pfefferernte wird es dieses Jahr nicht reichen, aber wir freuen uns darüber, dass sich die Pflanzen schön entwickeln. Im Foto links ist der rosa Pfeffer zu sehen, in der Mitte der Japanische Pfeffer und rechts der Szechuan Pfeffer.

Das Zuckerrohr fühlt sich wohl!

Zuckerrohr ist eine interessante Pflanze, weil sie auch mit weniger Wasser als die Zuckerrübe gute Erträge liefern kann … theoretisch. An vielen Orten dieser Welt wird Zuckerrohr als mehrjährige Kultur angebaut und ist nicht frosttolerant. Deshalb möchten wir herausfinden, ob wir Zuckerrohr in der Schweiz als einjährige Kultur anbauen können. Bis jetzt gefällt es ihm sehr gut, in den letzten heissen Tagen ist es stark gewachsen. Das Bild links zeigt die Pflanzen am 4. August. Rechts sind die Pflanzen heute, 10 Tage später zu sehen. Was so ein paar Tage Hitze alles bewirken können! Spezielle Pflege erhält das Zuckerrohr nicht, ausser etwas Biorga Bio-Dünger.

Tromboncino d’Albenga: Ein Kürbis wie eine Keule!

Der Tromboncino d’Albenga ist eine Kürbisart, welche lange und am Ende verdickte Früchte macht. Bei uns wachsen sie auf dem Hügelbeet, welches sie unterdessen komplett überwachsen haben. Sie blühen wunderbar und bilden fortlaufend Früchte. Da wir die Pflanze nicht klettern lassen, wachsen die Früchte auf dem Hügelbeet und werden hübsch rund gebogen!