Der Schaugarten ist bereit für eine neue Saison!

Auch dieses Jahr sollen in unserem Schaugarten wieder viele interessante und vielleicht auch unerwartete Pflanzen wachsen und zeigen, was sie in der Schweiz können. Unser grosses Projekt sind die Erdnüsse. Wir haben insgesamt 11 Sorten, welche wir miteinander vergleichen werden. Zudem machen wir einen Test zum Aussaatzeitpunkt und mit Knöllchenbakterien. Und weil das alles noch nicht genug ist säen wir dieses Jahr zum ersten Mal Erdnüsse auch auf dem Feld aus … und wenn wir alles richtig machen gibt es im Herbst die ersten Erdnüsse vom Eichhof.

Neben diesem grossen Test wird es auch noch ein paar kleinere und weniger anspruchsvolle geben. Der Anbau von Quinoa und Kichererbsen ist zwar schon einigermassen etabliert in der Schweiz, aber wir testen einige Sorten, welche bis jetzt hier wahrscheinlich noch nicht gewachsen sind. Beim Sorghum interessieren wir uns dieses Jahr vor allem für Zuckersorghum. Mit Körnersorghum haben wir letztes Jahr experimentiert und machen dieses Jahr nur einen kleinen Versuch. Eine ähnliche Pflanze ist auch das Zuckerrohr. Ob der Zuckersorghum oder das Zuckerrohr geeignet sind die Zuckerrübe abzulösen werden wir wohl noch nicht dieses Jahr entscheiden! Mit Sesam hatten wir zwar letztes Jahr keinen Erfolg, aber wir geben nicht so schnell auf. Und so wachsen (hoffentlich) zwei Sorten Sesam im Schaugarten. Auch mit Chia und Zitronengras werden wir ein paar Tests durchführen. Ein paar «alte Bekannte» vom letzten Jahr kommen auch wieder zum Zug: Ingwer, Kurkuma und Basellkartoffeln. Zudem werden wir die Nesselblättrige Glockenblume aussäen. Sie soll essbare Knollen bilden. Auch werden wir uns mit verschiedenen Pfefferarten beschäftigen und die Wachskürbisse sollen auf dem Hügelbeet wachsen.

Zu guter Letzt werden wir uns noch mit Kanariengras (englisch: Canary seeds) beschäftigen. Dieses könnte als alternatives Getreide verwendet werden, ist bis jetzt aber vor allem in Vogelfuttermischungen zu finden! Es hätte aber viele Vorteile, auch für den Menschen: Es ist glutenfrei, hat ein ausgewogenes Nährstoffprofil (weniger Stärke, dafür mehr Proteine und Fette als Weizen) und eignet sich gut für die Herstellung von pflanzlicher Milch. Jetzt müssen wir nur noch die Menschen überzeugen, dass wir es auch essen können!

Auf jeden Fall wird es wieder eine interessante Saison mit vielen Erkenntnissen, Überraschungen und hoffentlich vielen gelungenen Experimenten. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten!

Der Sortengarten, das Freiluftlabor auf dem Eichhof

In meiner Masterarbeit an der ZHAW in Wädenswil habe ich, Stephan Gysi, mich mit neuen Nischenkulturen für die Schweizer Landwirtschaft beschäftigt. Im Rahmen dieser Arbeit kam ich mit Stefan Brunner und dem Eichhof in Kontakt. Unser gemeinsames Interesse für neue, innovative Nischenkulturen hat jetzt dazu geführt, dass dieses Jahr auf dem Eichhof die Versuchsarbeiten wieder intensiviert werden! Unser Schaugarten wird zum Freiluftlabor, wo wir verschiede Pflanzen anbauen werden, welche in der Schweizer Landwirtschaft noch eher unbekannt sind. Stefan interessiert sich sehr für Südamerikanische Wurzelgemüse. Einige davon sind sich sehr raues Wetter aus den Anden gewohnt. Deshalb können sie gut mit grossen Temperaturschwankungen und Trockenheit umgehen. Ich kann die Pflanzen aus meiner Masterarbeit beisteuern. Ziel meiner Arbeit war es, Pflanzen zu finden, welche mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen zurechtkommen.

Der Hintergrund unseres Experimentes im Schaugarten ist die Tatsache, dass der Klimawandel die Landwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen stellt. Die Pflanzen, welche wir in Zukunft anbauen, müssen mit höheren Temperaturen, weniger Niederschlag und anderen Wetterextremen umgehen können. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass eine starke Diversifizierung ein wichtiger Faktor ist, um die Landwirtschaft auf diese neuen Bedingungen vorzubereiten. Eine grössere Vielfalt an Nutzpflanzen kann zudem dazu beitragen, den Pestizideinsatz zu reduzieren und die Biodiversität zu fördern. Eine vielfältigere Landschaft ist interessanter für Insekten, sowohl für Nützlinge als auch Bestäuber. Auch von der wirtschaftlichen Seite her sind Nischenkulturen interessant für einen Betrieb, der ganz auf Direktvermarktung setzt. Wenn zuverlässige Abnehmer für die Produkte gefunden werden können, bieten Nischenkulturen das Potenzial, die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen.

Dies sind alles brennende Themen in der Schweizer Landwirtschaft. Deshalb stellen wir uns der Herausforderung, hier einen Beitrag zu leisten. Daneben macht es natürlich auch sehr viel Spass, Neues auszuprobieren. Wir sind sehr gespannt auf die Resultate! In diesem Blog werden wir euch auf dem Laufenden halten, was in unserem Schaugarten passiert und Erfolge, und die hoffentlich spärlichen Misserfolge, mit euch teilen.