Plastikverpackungen im Abo

In aller Munde und unter ständiger Kritik sind die (unnötigen?) (Plastik)verpackungen beim Gemüse im Detailhandel bei den Orangen Riesen (80-90% Marktanteil) und auch in den Eichhof-Abos.

Immer wieder erhalten wir das Feedback, ob wir nicht auf die separat verpackten Kartoffel-, Salat- und Kürbisportionen im Sinne einer «Unverpackt-Philosophie» verzichten könnten.

Wir setzen uns intensiv mit den Thema auseinander um dem Ziel «Unverpackt» möglichst nahe zu kommen.

Stand heute können wir dies leider noch nicht konsequent umsetzen.
Dafür gibt es folgende Gründe:

  • Grundsätzlich hält verpacktes Gemüse bis zu 6-Mal länger als unverpacktes (siehe Artikel unten). Food Waste kann damit deutlich reduziert werden. Mit den höheren Produktionskosten im Biolandbau ist dies ein gewichtiges Argument!
  • Um das rechtzeitige Ausliefern der aktuell ca 500 Abos mit einer hohen Qualität sicherzustellen, bedarf es einer gewissen Logistik. Um dem Wachstum an Abos gerecht zu werden, wurde Sandro als Verantwortlicher Logistik eingestellt. Das Nadelöhr in der kleinen Halle ist das Abpacken. Die Zeitersparnisse von bereits im Vorfeld portionierten Einheiten (z.B. 1kg Kartoffeln) machen den Hochbetrieb erst möglich.
  • Dreckige Kartoffeln und gewaschener Salat in eine Kiste zu packen, würde dreckigen Salat und bald schimmelnde Kartoffeln ergeben. Bekanntlich ist das Auge ein nicht zu unterschätzender Richter bei der Wahl unserer Nahrungsmittel.
  • Falls die Verpackung von Abokund*innen retour gegeben würde, ist uns das Wiederverwenden ohne Reinigung aus Hygienegründen gesetzlich untersagt.
  • Das Verwenden von Stoffsäckchen wäre nur dann ein gangbarer Weg, wenn wir sie gewaschen zurücknehmen könnten. Ein Waschgang durch uns bedeutet beträchtlicher Mehrwaufwand, welchen wir auf die Abopreise abwälzen müssten.
  • Zur Zeit finden zwei verschiedene Portionenverpackungen ihren Einsatz bei uns:
    1. Die Kompostsäckchen aus Maisstärke (kompostierbar und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion). Diese können übrigens jeweils retourniert werden, damit wir es fachgerecht kompostieren können.
    2. Plastiksäckchen (PE) für Salat und geschnittenes Gemüse

Fazit: Bei diesen Ausführungen wird klar, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Was auf den ersten Blick nachhaltig wirkt, kann Food Waste und zeitlicher Mehraufwand an kritischen Abschnitten unseres Abpackprozesses bedeuten.
Uns ist es auch ein wichtiges Anliegen, dass wir gänzlich auf Einwegverpackung verzichten können. Aktuell sind wir am Prüfen von Verpackungen auf Reisstroh-Basis. Reisstroh ist ein Abfallprodukt von Reis und kann sowohl kompostiert werden, sowie auch der Altkartonsammlung mitgegeben werden.

Regenerative Landwirtschaft: Gründüngungen

Wie der Boden sich selbst ernährt:

Da der Eichhof nur wenige Tiere beherbergt, steht nur sehr wenig Hofdünger wie Gülle oder Mist zur Verfügung. Dieser Dünger ist auf vielen Betrieben dafür verantwortlich, dass Nährstoffe auf die Felder gelangen und Pflanzen wachsen können.

Auch auf dem Eichhof müssen der Boden und die Pflanze ernährt werden. Dafür wird auf die Methode von Gründüngungen zurückgegriffen.

Gründüngung im September

Gründüngungen sind schon länger in der Landwirtschaft in Gebrauch. Mit der regenerativen Landwirtschaft erhalten sie jedoch wieder eine viel grössere Wichtigkeit. Sie bestehen aus verschieden Pflanzenarten, welche alle die Aktivität der Bodenlebewesen fördern, Nährstoffe in den Boden bringen und für kommende Kulturen verfügbar machen.

Eine Gründüngung, in welcher zuvor Nützlinge gegen Kohlschädlinge Zuhause waren , wird flach eingefräst bevor die Samen reif werden.
Eine Gründüngung, in welcher zuvor Nützlinge gegen Kohlschädlinge Zuhause waren , wird flach eingefräst bevor die Samen reif werden.

Eine gute Gründüngung hat eine hohe Fotosynthese-Leistung. Das bedeutet, dass die Pflanzen sehr viel Sonnenenergie und CO2 in Traubenzucker umwandeln. An einem sonnigen, warmen Tag kann die Pflanze dann bis zu 80 % dieses Zuckers durch die Wurzeln an den Boden abgeben. Dort können sich Bodenlebewesen wie Bakterien und Pilze etc. davon ernähren und vermehren.

Was ist besser als eine Gründüngung?

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Eine doppelte Gründüngung!! 🙂

Die erste Gründüngung wird flach eingefräst mit dem Milchsauren Ferment wird die Flächenrotte eingeleitet.

Für eine doppelte Gründüngung muss bis spätestens Ende Juli eine Gründüngung (ideal Dominanzgemenge) gesät werden. Diese wird nach sechs Wochen (erste Septemberhälfte) flach eingearbeitet (3-8 cm). Darauf folgt idealerweise eine 10-14 tägige Flächenrotte.

Zwischen dem Zuckermais wurde bereits die zweite (überwinternde) Gründüngung gesät.

Nach abgeschlossener Flächenrotte wird eine überwinternde Gründüngung gesät. Diese bedeckt und durchwurzelt den Boden während des Winters. Im Frühling wird zwei bis drei Wochen vor der Folgekultur die nächste Flächenrotte eingeleitet.

Gründüngung und Ernterückstände einhobeln mit Ferment Einspritzung.

Der Vorteil einer doppelten Gründüngung ist, dass in derselben Zeit mehr Humusaufbau, Nährstofffixierung und Bodenbiologie erreicht werden kann als bei einer einfachen Gründüngung. Dies geschieht weil junge Pflanzen mehr Wurzelausscheidungen produzieren.

Frühjahr

Frühkartoffeln pflanzen

So früh wie es die Bodenbedingungen zulassen pflanzen wir die ersten Kartoffeln und decken sie mit einem Vlies zu.

Frühjahr
Juli

Kartoffel ernten

Etwa 100 Tage nach der Pflanzung können die Kartoffeln geerntet werden.

Juli
Juli

1. Gründüngung wird gesät

So rasch wie möglich wird eine schnellwüchsige, vielseitige Gründüngung gesät. Oft das «Dominanzgemenge»

Juli
Anfangs – Mitte September

1. Flächenrotte

Die Gründüngung wird flach eingearbeitet. Um Fäulnis zu verhindern und die Rotte zu beschleunigen spritzen wir ein Milchsäureferment ein (EM).

Anfangs – Mitte September
Mitte – Ende September

2. Gründüngung

Nach erfolgreicher Flächenrotte wird eine überwinternde, nicht abfrierende Gründüngung gesät. Zb. Wick-Roggen oder die Mischung «Wintergrün»

Mitte – Ende September
Frühjahr

2. Flächenrotte

Im Frühjahr, ideal ab Blüte der wilden Steinobstarten bis Anfangs Mai kann die Gründüngung zusammen mit milchsaurem Ferment flach eingehobelt werden.

Frühjahr
Frühjahr

Neue Hauptkultur

Nach der abgeschlossenen Flächenrotte kann die neue Hauptkultur angebaut werden. Zb. Randen, Sellerie Kürbise, Zucchetti usw.

Frühjahr